In den letzten 15 Jahren hat sich die Elektromobilität von einer Nischenanwendung zu einem großen Trend entwickelt, befeuert durch sinkende Preise und Fortschritte in Batterietechnologie, Ladeinfrastruktur und Reichweite.
Lithium-Ionen-Batterien haben erhebliche Fortschritte in Energiedichte, Kosten und Lebensdauer gemacht. Höhere Energiedichten bedeuten geringeres Gewicht bei gleichbleibender oder steigender Kapazität. Seit 2008 hat sich die Energiedichte bei Lithium-Ionen-Batterien verachtfacht. Zukünftige Entwicklungen konzentrieren sich auf Festkörperbatterien, die die Energiedichte weiter steigern und gleichzeitig die Sicherheit erhöhen. Zudem arbeiten Forscher an Kobalt-freien Kathodenmaterialien, um Kosten und Umweltbelastung zu reduzieren.
Während der 2010er Jahre standen bis auf das Tesla-Supercharger-Netzwerk nur relativ wenige Ladesäulen zur Verfügung. Erst zum Ende des Jahrzehnts begann ein großflächiger Ausbau entlang der europäischen Hauptrouten, sodass heute über 900.000 öffentliche Ladepunkte in der Europäischen Union zur Verfügung stehen. In Zukunft wird der Ausbau weiter beschleunigt, mit einem Fokus auf Ultrafast-Charging-Stationen mit 350 kW+ Ladeleistung und bidirektionalem Laden, das es ermöglicht, Elektroautos als Speicher für das Stromnetz zu nutzen.
Der Ladeprozess hat sich in den letzten Jahren stark vereinfacht, mit Plug-and-Charge-Technologie, die das manuelle Freischalten an vielen Säulen überflüssig macht. Dennoch gibt es große Unterschiede in den Ladegeschwindigkeiten – während moderne DC-Schnelllader ein Auto in 15 bis 20 Minuten auf 80 % laden können, dauert es an herkömmlichen AC-Ladepunkten mehrere Stunden. Künftig wird das Laden durch Hochleistungs-Schnelllader mit über 1 MW Leistung für Lkw weiter optimiert.
Durch effizientere Antriebssysteme und bessere Batterien haben sich die Reichweiten von Elektrofahrzeugen verdreifacht. Während 2010 noch 100 bis 150 km Reichweite üblich waren, sind heute Fahrzeuge mit über 500 km Reichweite keine Seltenheit mehr. Mittelfristig werden Reichweiten von 700 bis 1.000 km angestrebt, insbesondere durch verbesserte Zellchemie und aerodynamisch optimierte Fahrzeugdesigns. Gleichzeitig werden kürzere Ladezeiten die Bedeutung hoher Reichweiten relativieren.
Moderne Elektromotoren sind leistungsstärker und effizienter geworden, während sie weniger auf seltene Materialien angewiesen sind. Um Platz und Gewicht zu sparen, kombinieren integrierte Antriebseinheiten Motor, Inverter und Getriebe in einem Gehäuse. Zukünftig wird die Entwicklung in Richtung "Radnabenmotoren" gehen, die einzelne Räder direkt antreiben und so noch mehr Platz und Effizienzgewinne ermöglichen. Zudem werden neue Kühltechnologien und Siliziumkarbid-Inverter den Wirkungsgrad weiter verbessern.
Durch Skaleneffekte und technologische Fortschritte sind Elektrofahrzeuge erheblich günstiger geworden. Wer im Jahr 2012 ein alltagstaugliches Elektrofahrzeug wollte, dem stand nur das Tesla Model S für 80.000 € zur Verfügung. Heute dagegen gibt es etliche Modelle in unterschiedlichsten Fahrzeugkategorien ab 20.000 €. In den nächsten Jahren werden weitere Kostensenkungen durch LFP-Batterien (Lithium-Eisenphosphat) und effizientere Produktionsmethoden erwartet. Das Ziel ist es, bis 2030 Elektroautos günstiger als vergleichbare Verbrenner zu machen.
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