Auch in Belgien profitieren Elektrofahrzeuge von einigen Sonderregelungen – insbesondere beim Parken und in Umweltzonen. Um diese Privilegien umzusetzen, wurden spezielle Verkehrszeichen, Regeln und Registrierungspflichten eingeführt. Für ausländische Besucher gilt: Wer mit dem E-Auto nach Brüssel, Gent oder Antwerpen fährt, sollte sich unbedingt vorher informieren – sonst kann’s teuer werden.
Belgien hat in den letzten Jahren eigene Verkehrszeichen für das Parken und Laden von Elektroautos eingeführt – mit klaren Regeln, wer dort stehen darf und unter welchen Bedingungen.
Besonders relevant sind diese Kombinationen:
Dieses Zeichen kennzeichnet einen reservierten Ladeparkplatz für Elektrofahrzeuge. Wichtig: Seit Oktober 2022 darf dort nur noch während des Ladevorgangs geparkt werden. Wer nicht eingesteckt ist – auch wenn’s ein E-Auto ist – riskiert ein Bußgeld von 58 €.
Oft wird der Ladeplatz durch Symbole auf dem Asphalt hervorgehoben (z. B. Stecker, Batterie, grüne Fläche). Auch diese Markierung macht klar: Hier dürfen nur Elektroautos laden – nicht einfach parken.
Einige Städte setzen auf zusätzliche Hinweisschilder, um auf Ladepunkte aufmerksam zu machen. Diese haben rein informativen Charakter und regeln keine Parkberechtigung. Tipp: Entscheidend ist immer die Beschilderung direkt am Parkplatz.
Auch für Elektroautos gilt: Wer nicht lädt, darf an Ladeplätzen nicht stehen. Diese Regel ist in ganz Belgien einheitlich und wird zunehmend kontrolliert.
Anders als in Deutschland gibt es in Belgien kein spezielles E-Kennzeichen. Stattdessen regeln Beschilderung und Kameraüberwachung, wer in Umweltzonen fahren oder Ladeplätze nutzen darf. Auch ausländische Fahrzeuge brauchen keine sichtbare Plakette – aber oft eine Online-Registrierung.
Während in Brüssel das Parken an Ladesäulen meist kostenlos ist, verlangen Städte wie Leuven oder Antwerpen auch dort Parkgebühren. Tipp: Im Zweifel auf das Zusatzschild achten – oder kurz bei der Stadtverwaltung nachsehen.
In Belgien gibt es keine landesweit einheitliche Regelung für kostenloses Parken von E-Fahrzeugen – jede Gemeinde entscheidet selbst. Das führt zu regional sehr unterschiedlichen Situationen:
Parken an öffentlichen Ladesäulen ist für E-Autos kostenfrei, solange geladen wird.
Ladeparkplätze sind meist kostenlos – teilweise ohne zeitliche Begrenzung. Die Stadt diskutierte sogar, ob E-Autos „zu privilegiert“ seien.
Hier gelten keine Ausnahmen – E-Autos müssen auch an Ladestationen regulär Parkgebühren zahlen.
Grundsätzlich gilt: Wer sein E-Auto auf einem Ladeparkplatz abstellt, sollte immer angeschlossen sein und die örtlichen Hinweise beachten – besonders was Zeitlimits und Gebühren angeht.
Belgien hat mehrere Umweltzonen (Low Emission Zones – LEZ) eingerichtet, unter anderem in:
Der Zugang zu diesen Zonen ist stark reglementiert – alte Diesel oder Benziner dürfen oft gar nicht mehr einfahren. Elektroautos sind hingegen immer zugelassen, unabhängig vom Zulassungsland.
Aber: Eine vorherige Registrierung ist Pflicht!
Für ausländische Fahrzeuge (außer aus NL): muss das Kennzeichen vor der Einfahrt online registriert werden.
Flandern (Antwerpen, Gent, Mechelen): Einmalige Anmeldung reicht für alle flämischen Zonen.
Brüssel: Separate Registrierung notwendig – auch für E-Fahrzeuge.
Gültigkeit: Meist 5 Jahre – kostenlos.
Achtung: Wer ohne Anmeldung in eine LEZ fährt, riskiert Bußgelder zwischen 150 € und 350 €, selbst mit emissionsfreiem E-Auto.
Belgien erhebt keine Pkw-Maut auf Autobahnen – Elektroautos zahlen also nicht weniger, sondern genauso viel wie alle anderen: nämlich nichts.
Einzige Ausnahme:
Hier fällt eine Maut an (4–7 €), auch für E-Fahrzeuge – keine Sonderregelung.
Zudem gibt es keine Busspurnutzung, Umweltspuren oder Citymaut-Ausnahmen für Elektroautos. Wer mit dem E-Auto unterwegs ist, fährt rechtlich wie jedes andere Auto – nur leiser und sauberer.
Fahrzeug registrieren! Am besten 1–2 Tage vorher über die offizielle Website der Stadt (z. B. lez.brussels oder lez.antwerpen.be). Keine Aufkleber nötig!
Das belgische Ladenetz ist in Flandern sehr gut ausgebaut, in Wallonien mitunter lückenhaft. Tipp: Akku vorher in Flandern voll machen, wenn es Richtung Süden geht.
Gängige deutsche Ladekarten (EnBW, Maingau, Plugsurfing) funktionieren meist problemlos. Empfehlenswerte Apps: Chargemap, ABRP, Shell Recharge.
Nach Lademöglichkeit fragen – oder über Nacht an öffentlicher Ladesäule laden. An Schuko-Steckdosen nur mit Rücksprache und ggf. Adapter.
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